Im Zentrum christlicher Praxis stehen die Übungen Mitgefühl, Vergebung, Toleranz und Nächstenliebe. Auch in der Yogatradition besitzen diese ein hohes Gewicht. Sie verhelfen erfahrungsgemäß zu einem klaren Geist. Auch die moderne Neurowissenschaft sieht das so: Denn wenn das menschliche System geflutet wird von Emotionen wie Ärger, Wut, Zorn, Hass oder Gier, fällt die Tätigkeit des Gehirns zurück in eine urzeitliche Region, die ein klares, strukturiertes Denken nicht mehr möglich macht. Wie bei vorsintflutlichen Reptilien geht es nur noch um Angriff oder Flucht, anstatt handlungsorientiert nach Lösungen zu suchen. Und genauso verletzend agieren wir Menschen dann. Wenn nicht mit Taten, dann doch mit Gedanken und Worten.